DGfK-Studie: Karriereberatung 2015 – Trends, Klienten, BeraterMeine geschätzten Kolleginen der DGfK - Aila und Petra - haben die erste Studie zur aktuellen Lage der Karriereberatung durchgeführt. Vielen Dank für Euer Engagement!

Karriereberatung 2015: Trends, Klienten, Berater

Mit ihrer 2015 erstmalig durchgeführten Erhebung so
rgt die Deutsche Gesellschaft für Karriereberatung (DGfK) für mehr Transparenz hinsichtlich Angebot und Nachfrage von Karriereberatung in Deutschland und zeigt gleichzeitig Trends in diesem Beratungssegment auf. „Es haben sich verschiedene Trends herauskristallisiert“, so Aila Kruska und Pe
tra Perlenfein, die Verfasserinnen der Markterhebung.
Trend 1: Wunsch nach sinnerfülltem Arbeiten
„Immer mehr Menschen kommen in eine Karriereberatung, die nicht nur von einer Sinnvollen Tätigkeit träumen, sondern diesenWunsch auch wahr wer-
den lassen wollen“, so Petra Perlenfein. Damit engverknüpft ist auch das
Bedürfnis nach einer Tätigkeit, die mit den persönlichen Werten, zum Bei-
spiel Nachhaltiges Wirtschaften und Leben, konform geht.
Trend 2: Andere Vehikel zum Vorstellungsgespräch
Zwar ist immer noch ein „wie auch immer geartetes“ (Vorstellungs-) Gespräch notwendig, um ein Arbeitsangebot zu erhalten, aber für den Weg
dorthin stehen heute andere Ressourcen zur Verfügung als noch vor drei
Jahren. Unternehmen erwarten Bewerbungen über unternehmenseigene
Karriereportale, setzen auf Mobiles Rekruting oder nutzen Interviews via
Skype. „Auch soziale Businessnetzwerke wie zum Beispiel Xing bieten eine
Vielzahl an neuen Möglichkeiten hinsichtlich Recherche und Kontaktanbah-
nung mit favorisierten Unternehmen und potenziellen Fachvorgesetzten“,
beschreibt Aila Kruska. „Wir Karriereberater vermitteln das dafür notwendige
Knowhow und begleiten bei der individuellen Umsetzung.“
Trend 3: Gezielt Planen statt Reparieren
Karriereberaterinnen Kruska und Perlenfein weisen auf einen dritten Trend
hin: „Unsere Beratungsleistung wird mittlerweile ganz anders wahrgenommen. So sind in den letzten Jahren mehr Menschen zu uns gekommen, die ihre berufliche Entwicklung gezielt planen wollen. Es geht nicht unbedingt
darum „etwas zu reparieren“, sondern von Anfang an zu gestalten. Und dazu
suchen sie die kompetente Unterstützung eines Profis.“
Neben den aktuellen Trends hat die DGfK mit ihrer Befragung den Karriereberatungsmarkt allgemein untersucht und sorgt damit für mehr Transparenz:
Karriereberatung – individuell, kompakt und bezahlbar
Schon mit Hilfe weniger Gespräche können die Anliegen und Fragestellungen der Klienten geklärt werden. Die aktuelle Untersuchung der DGfK zeigt,dass sich die häufigsten Karriereberatungen über drei bis fünf Beratungstermine erstrecken, wobei ein Gespräch zwischen 1,5 bis 2,5 Stunden dauert.
Privatklienten können davon ausgehen, dass Karriereberater die Berufser-
fahrung und das Jahreseinkommen eines Klienten bei der Honorarkalkulation berücksichtigen. Berufseinsteiger können also mit einem niedrigeren Honorarsatz rechnen als gutverdienende Führungskräfte.
Das mit Abstand am häufigsten genutzte Beratungsformat ist das persönliche Vier-Augen-Gespräch. Oft erfolgt die Beratung auch per Telefon und per
Email. „Aber auch die Beratung per Videochat wird vermehrt genutzt“, so die
Frankfurter Karriereberaterin Aila Kruska. „Zum Beispiel wenn ein Klient auf
Dienstreise oder im Ausland eingesetzt ist.“
Klienten und ihre individuellen Fragen
Karriereberatung wird am häufigsten von Menschen zwischen 41 und 50
Jahren genutzt, die über eine Berufserfahrung von 10 bis 20 Jahren verfügen und in einer ungekündigten Festanstellung beschäftigt sind. „In der letzten
Zeit beobachten wir die Tendenz, dass vermehrt jüngere Menschen mit we-
nigen Jahren Berufserfahrung in die Beratung kommen. Sie nutzen unsere
Expertise, um ihre berufliche Entwicklung gezielt und vorausschauend zu
planen“, erläutert Petra Perlenfein.
Sehr breitgefächert ist das Themenspektrum in der Karriereberatung. Die
Liste der Themen wird angeführt von einer umfassenden Standortbestim-
mung des Klienten, die als Ausgangspunkt für Entscheidungen über den
weiteren Berufsweg dient. Es folgen die berufliche Neuorientierung, mit dem
Ziel ein neues Aufgabenfeld zu identifizieren und spezielle Themen rund um
den Bewerbungsprozess, wie zum Beispiel Erstellung von aussagekräftigen
Bewerbungsunterlagen oder die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche.
Karriereberater: Weiblich, Akademikerin mit langjähriger Berufs- und
Beratungserfahrung.
Zwei von drei Karriereberatern sind Frauen. Bis auf wenige Ausnahmen ver-
fügen alle Karriereberaterinnen und -berater über einen akademischen Ab-
schluss. Zusätzlich blicken Sie auf eine längere Berufserfahrung außerhalb
der Karriereberatung zurück. Mehr als die Hälfte der Beraterinnen und Bera-
ter ist zwischen 45 und 54 Jahre alt, aber auch die Alterskohorte 55 bis 65
Jahre ist stark vertreten.
Über die Markterhebung
Grundlage der Markterhebung „Karriereberatung in Deutschland“ ist eine
Marktbefragung der DGfK im Sommer 2015. An der Online-Befragung haben
insgesamt 67 Karriereberaterinnen und -berater teilgenommen. Neben den
quantitativen Ergebnissen der Befragung enthält die Markterhebung qualita-
tive Aussagen von DGfK-Karriereberatern, die am Auswertungsworkshop im
Oktober 2015 teilgenommen haben.
Kostenfreier Download:
www.dgfk.org (ab 11.01.2016)
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Deutsche Gesellschaft für Karriereberatung e.V. (DGfK)
Projektteam Markterhebung
Aila Kruska (a.kruska@dgfk.org, mobil 0176 / 7020 8890)
Petra Perlenfein (p.perlenfein@dfgk.org, mobil 0151/ 2223 5868)